Wie urkundlich und genehmigungsrechtlich bekannt ist, befand sich Ende des 19. Jahrhunderts noch bei Boos ein Bleierzbergwerk in Betrieb.

Am 7. Dezember 1869 wurde dieses Bergwerk, welches den Namen “Jung 1" hatte, vom königlichen Oberbergamt in Bonn dem Kaufmann Wilhelm Münzel aus Mayen verliehen, der damit auch die Schürfrechte besaß.
Aus der Beschreibung der Bergreviere Koblenz 1883 von Wilhelm Liebering geht nur eine geringe geologische Beschreibung hervor:
Von Gängen, welche vorzugsweise Zinkerze, hiermit verwachsen aber auch Blei- und Kupfererze führen, ist hier nur ein einziger bekannt.
Er setzt westlich des Schlackenkegels Hochsimmer auf und wird in der Grube “Silbersand" bebaut.
Sein Streichen ist h. 3 - 4 und das Einfallen unter 60 - 65 Grad in Südost.

Ungefähr im Streichen dieses Ganges nach Südwesten ist in den Grubenfeldern Johann bei Kürrenberg, Jung 1 bei Boos und Kempen bei Mannebach ein Vorkommen von derben Bleierzen aufgeschlossen, welches vielleicht mit dem Silbersander Gang bei Mayen in Zusammenhang steht.

Wir wissen nach mündlicher Überlieferung und Erzählungen unserer Eltern und Großeltern, dass sich das Booser Bergwerk im “Hexentanz" befunden hat, und wer es weiß, erkennt heute noch im Wald die Konturen des abgedeckten Stolleneinganges und die Gräben für die Transportwege zum Tal hinab.
Es ist ebenfalls überliefert, dass zur Blütezeit der Gruben und Hütten in der Eifel im Jahre 1756 eine Huldigungsreise des Erzbischofs und Kurfürsten Johann Philipp zu Trier stattfand.
Die Reise des Landesherrn führte u.a. von Koblenz aus über Mayen, Kelberg nach Hillesheim, wo er zwischendurch sämtliche Bergwerke und Gruben besichtigte. Sollte der Kurfürst damals auch das Bergwerk Jung 1 in Boos besichtigt haben, wo er ja auf dieser Route durchreisen musste?
Die schlechten Verkehrsverhältnisse und Transportmöglichkeiten zur damaligen Zeit und zumal in unserer Region (man bedenke, es gab weder Lkw noch die Bahn und somit muss das gewonnene Material mindestens mit Pferdefuhrwerken bis zum Weitertransport an die nächste Wasserstraße, den Rhein oder die Mosel, gebracht worden sein oder zur Verarbeitung in die Industriestädte), dazu der geringe Wert der gewonnenen Materialien mögen wohl viele der Unternehmer dazu bestimmt haben, nach etlichen Jahren des Versuchens die Sache völlig aufzugeben!

Aus einem Schreiben eines Bergwerks-Betriebsführers i.R. an die Firma Münzel in Mayen (welches wir natürlich im Original aus verständlichen Gründen nicht veröffentlichen) geht hervor, dass die AG des Altenbergs, Abt. Grube “Bendisberg" zu Virneburg, im April 1952 von der Firma Münzel die nochmaligen Schürfrechte für diese stillgelegte Grube beantragt hatte.

Es ist somit anzunehmen, dass hier noch immer Bleierze in der Grube “Jung 1" im Hexentanz angenommen werden und auf weitere Ausbeute warten.

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