Mehr als 400 Jahre beherrschten die Römer das ganze Gebiet westlich des Rheines, und Augusta Treverorum (Trier) war die Hauptstadt, die römische Kaiserstadt für das ganze Reich diesseits der Alpen. Am Rhein aber hatte die Kaisertochter Agrippina in dem Hauptort der Ubier das Licht der Welt erblickt und setzte ihren Stolz darein, dieses Kastell zu einem kleinen Rom auszubauen.

Agrippina war die Tochter des großen römischen Feldherrn Germanicus, wurde später die Gattin des Kaisers Claudius und ist die Mutter Kaiser Neros.

Dank dieser Agrippina wurde nämlich der bisherige Name dieser römischen Siedlung am Niederrhein, der unter Cäsar bis Tiberius noch „Oppidum Ubiorum“ lautete, im Jahre 50 n. Chr. in „Colonia Claudia Ara Agrippinensis“ umbenannt, kurz CCAA.

Daraus ergab sich das heutige Köln, abgeleitet von dem ersten Namen „Colonia“ (Koloni Hauptstadt Niedergermaniens).

Zu dieser Zeit wurde die Eifel zur Brücke zwischen den beiden Römerstädten Trier und Köln. Es entstanden allmählich die Römerstraßen und sogar eine Wasserleitung wurde gebaut. Sie floß über hohe Aquädukte aus dem Gebiet der Urft weit durch die Ebene bis nach Köln.

Viele Römer suchten sich hier bei uns in der Eifel Ackerland und bauten sich Villen und Gehöfte, von deren Herrlichkeit heute noch immer Reste zu Tage kommen und von denen teils auch noch Ruinen vorhanden sind.

Der Höhepunkt des allgemeinen Wohlstandes dürfte im 2. und 3. Jh. liegen, die römischen Gutshöfe aus dieser Zeit liegen jetzt dichtmaschig verteilt, oft im Abstand von kaum 1 km.

Diese Höfe umfassten meist riesige Flächen. Im Mittelpunkt bzw. vorn stand ein großes Wohngebäude, das so genannte Herrenhaus, und rechts und links davon wurden große Lagerhallen, Vorratshäuser, Stallungen und Gesindestuben in der Form eines Rechteckes angebaut. Mittendrin befand sich dann der Hof.

In Boos werden 5 solcher Höfe vermutet, dazu einer in Lind und ander Münker Grenze. Mit Sicherheit stand einer dieser Höfe im Staatswald „Etscheid“. Die Umrisse dieser Anlage sind heute noch teils zu erkennen. Unsere Urgroßeltern dürften hier sogar noch Mauerwerk gebrochen haben zum Bau ihrer eigenen Wohnungen und Stallungen.

Die Frontlänge dieses Hofes betrug ca. 300 - 350 m. Leider kann man das komplette Gebäude heute nach all den Jahrhunderten und bei dem Baumbewuchs, der natürlich inzwischen auch mit seinem Wurzelwerk am Erdreich und Unterbau vieles verändert hat, nicht mehr rekonstruieren. Genauestens aber erkennt man noch, wo das riesige Eingangstor zur Eingangshalle sich befand.

Erst kürzlich wurden auf diesem historischen Gelände etliche Scherben gefunden. Es handelt sich u.a. um den Rand einer Schüssel und das Randstück eines Tellers. Die Analysen des „Landesamtes für Denkmalpflege“ ergaben einmal bei dem Teil einer Schüssel das 3. Jh. und zwar zwischen 220 und 250 n. Chr. und bei dem Tellerstück handelt es sich um Mayener Ware aus dem 4. Jh.

Damit haben wir auch den Beweis, dass dieser römische Gutshof noch in spätrömischer Zeit - 4. Jh. - bewohnt war und Haushaltsgeräte auch bereits in Mayen erworben werden mussten.

Auch Metallteile, u.a. eine Pilumspitze, wurden hier gefunden.

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